IT-Sachverständiger für Internet / Neue Medien

Aufgaben des IT-Sachverständigen

Der Sachverständige ist Spezialist in einem eng definierten Fachgebiet, das einen Teilbereich eines Berufes bilden kann. Er ist jedoch stärker spezialisiert, als dies in der Berufsgruppe üblich ist. Seine Fachkenntnisse sind überdurchschnittlich. Er kann im gerichtlichen Auftrag oder privat in der Beratung und Erstattung von Gutachten tätig sein.

Begriff

Die Bezeichnung als Sachverständiger oder Gutachter ist berufsrechtlich nicht geschützt. Dennoch würde eine Person, die sich Sachverständiger nennt gegen das Gesetz verstossen (hier: UWG), wenn diese nicht tatsächlich den üblichen überdurchschnittlichen Anforderungen an einen Sachverständigen gerecht werden würde.

Sachkunde und persönliche Eignung

Der Sachverständige muss die zur Erfüllung seiner Aufgaben erforderliche überdurchschnittliche Sachkunde besitzen. Diese Sachkunde setzt sich aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen und technischen Disziplinen zusammen. In der Regel ist ein Hochschulabschluss oder ein vergleichbarer Abschluss, z. B. Meisterbrief, erforderlich, um dieser Tätigkeit nachgehen zu können. Er hat sowohl pädagogische und juristische als auch technische überdurchschnittliche Kenntnisse vorzuhalten. Darüber hinaus muss er die aktuelle Rechtsprechung richtig einordnen und in seiner Arbeit umsetzen können.

Er muss persönlich zur Gutachten-Erstellung geeignet sein. Dazu gehört neben der charakterlichen Eignung auch die Fähigkeit, Gutachten verständlich und methodisch richtig aufzubauen und sich verständlich ausdrücken zu können. Er muss nachvollziehbar und schlüssig darlegen können, wie er zu seinem Ergebnis gekommen ist.

A Innenverhältnis

A.1 Beratung

Der Sachverständige kann den Auftraggeber in allen fachlichen Fragen seines Sachgebiets beraten.

A.2 Gutachten

Der Sachverständige ist zur Gutachtenerstattung im gerichtlichen Auftrag verpflichtet. Er hat Gutachten höchstpersönlich zu erbringen und bei Mitwirkung Dritter diese zu benennen.

A.3 Objektivität, Neutralität, Unabhängigkeit

Neben der Sachkunde ist die Objektivität das wesentlichste Merkmal der Sachverständigentätigkeit. Der Auftragnehmer muss sich auf den Rat bzw. das Gutachten verlassen können. Das Gutachten des Sachverständigen darf nicht durch subjektive Beweggründe oder Vermutungen beeinflusst sein. Er hat diejenigen Informationen zu erheben und auszuwerten, die notwendig sind, um ein objektives und nachvollziehbares Gutachten zu erstellen.

Dabei ist die Unparteilichkeit zwingende Voraussetzung der Objektivität. Gefälligkeitsgutachten sind ebenso wenig objektiv und unabhängig, wie die Auswertung und Darstellung vorgefasster Meinungen.

Insbesondere muss der Sachverständige Tatbestände offen legen, die eine objektive, unbefangene und neutrale Begutachtung gefährden könnten.

A.4 Weisungsfreiheit

Der Sachverständige ist in seiner Arbeit grundsätzlich weisungsfrei. Lediglich der Auftrag über das zu erstattende Gutachten ist durch den Auftraggeber oder das Gericht zu formulieren und im Gutacht wiederzugeben.

A.5 Sachmittel und Zugänge

Dem Sachverständigen sind die notwendigen Zugänge und Sachmittel zu gewähren, die eine fachgerechte Begutachtung notwendig macht. Dabei hat der Sachverständige selbständig die notwendigen Informationen anzufordern oder selbständig zu erheben. Insbesondere umfangreichere Gutachten sind im Ergebnis im Budget so selten festlegbar.

B Aussenverhältnis

B.1 Kommunikationsfunktion

Der Sachverständige ist häufig eine Person, der besonderes Vertrauen entgegengebracht wird, - insbesondere in seine fachliche Kompetenz und persönliche Integrität. Vielfach muss der Sachverständige in seiner aussergerichtlichen Tätigkeit moderierend beraten. Dies erfordert einen hohen Grad an Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit bin hin zur Tätigkeit als Mediator.

B.2 Weiterbildung

Der Sachverständige muss über die notwendigen Fachkenntnisse verfügen, um gutachterlich tätig zu sein. Es ist nicht ausreichend, lediglich das Wissen vorzuhalten, dass er hatte, als er die Tätigkeit aufnahm. Die technische Fortentwicklung macht es erforderlich, sich ständig weiterzubilden und als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständige diese Fortbildungen auch nachweisen zu können.

B.3 Verschwiegenheit

Im Rahmen seiner Tätigkeit werden dem Sachverständigen häufig Informationen vorgelegt, die nicht für Dritte bestimmt sind. Der Sachverständige unterliegt der Schweigepflicht. Der Auftraggeber kann ihn jedoch von dieser Pflicht ganz oder teilweise entbinden. Diese Entbindung kann auch konkludent durch Handeln des Auftraggebers erfolgen, in dem dieser Dritten Informationen über das zu erstattende Gutachten mitteilt.

C Folgen eines Pflichtverstosses

Grundsätzlich werden Haftungsfragen des Sachverständigen als Berater in § 675 Abs. 2 BGB geregelt:

(2) Wer einem anderen einen Rat oder eine Empfehlung erteilt, ist, unbeschadet der sich aus einem Vertragsverhältnis, einer unerlaubten Handlung oder einer sonstigen gesetzlichen Bestimmung ergebenden Verantwortlichkeit, zum Ersatz des aus der Befolgung des Rates oder der Empfehlung entstehenden Schadens nicht verpflichtet.

Überwiegend werden Pflichtverstösse des Sachverständigen im Rahmen der §§ 823 ff. BGB (Vertragshaftung) zwischen Auftraggeber und Sachverständigen abgewickelt werden. Eine Haftung für Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit ist nicht ausschliessbar. Sein persönliches Haftungsrisiko wird der Sachverständige durch eine Haftpflichtversicherung minimieren bzw. ausschliessen.

Mitbewerber werden nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gegen den unlauteren Marktteilnehmer vorgehen. Hier können Unterlassungs-, Auskunfts- und Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Bei einer gerichtliche Tätigkeit treten strafrechtliche Normen hinzu.

Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige kann durch die entsprechenden Bestellungskörperschaften sanktioniert werden.

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